Hilfe zur Selbsthilfe für

Bosnien-Herzegowina e.V.

logo2208_3
WERNE
BERGKAMEN
HUMANITÄRE
ORGANISATION
Über mich
 
Mein Name ist Marica Hascha, 1953 bin ich in Kuljes- Lepenica, in der Nähe von Sarajevo (Bosnien und Herzegowina, früher Jugoslawien) geboren. Dort bin ich bis zu meinem 14. Lebensjahr aufgewachsen, seit 1980 lebe ich in Bergkamen (NRW). Ich bin verheiratet und habe einen Sohn und eine Tochter.
 
Als der Krieg in Sarajevo ausbrach, rief mich eine Frau aus Sarajevo an, ob sie mit ihren drei Kindern kommen dürfe um sich vor dem Krieg in Sicherheit zu bringen. Nur einige Sekunden hatte ich Zeit, eine Antwort zu geben, es war die letzte Verbindung nach Sarajevo für einige Wochen. Selbstverständlich und ohne Nachzudenken sagte ich JA. So hat diese Frau es geschafft, den letzten Bus, der damals Sarajevo für lange Zeit verließ, mit ihren Kindern zu erreichen, und sich vor dem Krieg in Sicherheit zu bringen.
 
So kam sie im April 1992, drei Tage nach dem Anruf in Frankfurt an, wo sie von uns abgeholt wurden. Sie blieb 6 Monate in unserem Haus, und nachdem das Kriegsende nicht in Sicht war, bekam sie von der
Stadt Bergkamen eine Unterkunft in einer Wohnung, die für Flüchtlinge angemietet war. So kam es, dass im Laufe der Zeit, als diese und die Nachbarwohnungen mit immer mehr Flüchtlingen gefüllt wurden, sie mich baten, ihnen sprachlich bei Behördengängen oder Arztbesuchen zu helfen. Was ich auch tat. Schließlich beherrsche ich beide Sprachen, und es war für mich selbstverständlich den Flüchtlingen das Leben durch meine Hilfe zu erleichtern. Es waren Vertriebene, die alles verloren hatten, die viele Monate nicht wussten, was mit ihren Angehörigen passiert war. Dann kamen sie in ein fremdes Land, und das ohne Sprachkenntnisse.
 
Nachdem sich nach einigen Jahren der Krieg einigermaßen beruhigt hatte, fragte mich eine Bosnierin, ob ich sie nach Bosnien begleiten könne, da sie alleine sich nicht traute. Die Flüchtlinge hatten damals das Recht, ein Besuchsvisum zu bekommen um nach ihren Angehörigen zu sehen. Ihr Mann und ihr Sohn waren schon vor einiger Zeit nach Bosnien zurückgekehrt. Sie wollte sehen, wie es nach dem Krieg in B&H aussieht und auch die Familie besuchen. Auch hier sagte ich spontan zu. Ich muß zugeben, auch ich war neugierig, was so ein Krieg aus einem einst blühenden Land gemacht hat. Trotz Mahnung mancher, die von dort kamen, und der Meinung waren, als Katholikin sollte ich nicht in eine Moslemenklave reisen, fuhr ich mit dieser Bosnierin und deren Tochter nach Sanski Most. Ich konnte die beiden Frauen nicht im Stich lassen, da das Visum nur befristet gültig war.
 
Anfang Dezember 1996 fuhr ich zum ersten Mal nach Bosnien, Sanski Most. Zwar mit gemischten Gefühlen und dem Gedanken die ganze Zeit das Haus dieser Familie nicht zu verlassen und so zu tun, als ob mir die bosnische Sprache fremd wäre, auch das Auto hatte ich abgeschrieben, ich dachte nur daran, wieder gesund nach Bergkamen zurück zu kommen. Die Fahrt begann für uns schon abenteuerlich, da bereits Schnee lag. Dann ging unterwegs das Auto kaputt, aber mit viel Glück brachte uns der ADAC in eine Werkstatt und dort wurde sich trotz Feierabend unseres Problemes angenommen. Als man von unserem Vorhaben erfuhr, brauchten wir nur die Ersatzteile bezahlen, der Arbeitslohn wurde uns geschenkt. So konnten wir trotz Panne sehr schnell die Fahrt fortsetzen.
 
In Bosnien angekommen, waren die Straßen voll Löcher und Ortsschilder waren Mangelware. So mussten wir des Öfteren nach dem Weg fragen. Jeder der befragt wurde, gab sich Mühe uns zu helfen und den Weg zu erklären. Als es dunkel wurde, fuhren wir über einen Berg, die Strasse war schneefrei, aber die Gegend war verschneit, ab und zu standen zerstörte Häuser am Wegrand, aber es war kaum eine Menschenseele zu sehen, es war gespenstisch. Nach längerer Zeit fragte ich meine Mitreisenden, ob sie sicher seien, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind und die Antwort lautete Ja, es sind nur noch ein paar KM. So fuhren wir zwei, drei Stunden durch die Gegend und als ich dachte, die Zivilisation sehe ich nie wieder, sahen wir eine Ortschaft wo Licht war und Kinder im Schnee spielten. Als wir die Kinder fragten, wie weit es nach Sanski Most sei, bekamen wir zur Antwort, dass wir fast da seien. Wir waren bereits in einem Vorort von Sanski Most. Von da an benötigten wir nur einige Minuten, dann hatten wir das Ziel erreicht.
 
Aber als wir dort ankamen, war der Strom ausgefallen, als wir ins Haus kamen brannten ein paar Kerzen, viele Mensche ja die ganze Nachbarschaft war versammelt um uns zu begrüßen und willkommen zu heißen. Ich war angenehm überrascht, jeder wusste, wer ich war und niemand störte es, dass ich Katholikin war. Der Abend verlief sehr angenehm und unterhaltsam. Nachdem es sehr spät war, als die Letzten gingen und draußen eine klirrende Kälte (weit unter minus 10 Grad) war, wir von der Reise geschafft waren, blieb das Auto voll beladen vor dem Haus stehen.
 
Auch die folgenden Tage verliefen eindrucksvoll und egal wohin ich auch kam, ich wurde freundlichst aufgenommen. Auch auf der Strasse merkten die Leute, dass ich sie zwar verstehe, aber keine Einheimische bin, so sprachen sie mich an und klagten ihr Leid, es waren sehr viele Flüchtlinge aus verschiedenen Orten, die dort als Flüchtlinge untergebracht waren.
 
Nach den positiven Erfahrungen und eindrucksvollen Beobachtungen dort und der Beobachtung der Rückkehrer aus Deutschland, die mit kompletten Wohnungseinrichtungen zurückkehrten und alles dabei hatten, was sie sonst noch so brauchten, stellte ich mir die Frage, was die Menschen machen, die im Land geblieben waren, keine Chance hatten, sich einzurichten, die einfach alles verloren hatten. So dachte ich, es kann jeder auf seine Wiese helfen und ich fasste den Entschluß diesen Menschen zu helfen. Helfen auf eine Weise die für mich möglich ist. Da es natürlich nicht so einfach ist, einfach mit vollbeladenen LKW´s in ein fremdes Land, also auch nach B&H zu kommen, musste ein Verein gegründet werden, der gemeinnützig helfen kann und darf. So begann ich, den Menschen in B&H zu helfen. Trotz aller Bedenken und Ängste bin ich froh, dass ich diese Reise damals unternommen habe.
 
Marica-Hascha-im-LKW_12
Der Verein
Über mich
Aktuell
So helfen wir
Presse
Links
Impressum
Datenschutz